Die Entlassung aus dem Krankenhaus erfolgt etwa am 8. – 12. Tag. Je nach Befinden des Patienten kann dieser zunächst nach Hause oder direkt in die AHB erfolgen. In Ausnahmefällen wird der Patient in ein weiterbehandelndes Krankenhaus verlegt.
Eine AHB ist zu empfehlen, da die Patienten nicht nur physisch trainiert werden, sondern auch Schulungen zur Erkrankung und zum Verhalten nach einer Herzoperation durchgeführt werden. Dazu gehören zum Beispiel eine Ernährungsberatung, Informationen über Bluthochdruck und Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).
Ob der Patient eine AHB durchführt oder nicht, entscheidet dieser selber. Es gibt in jedem Fall bestimmte Grundsätze, die den Langzeiterfolg einer Operation, z. B. Bypassoperation, sichern helfen. Wichtig zum Verständnis dieser Maßnahmen ist, dass durch eine Bypassoperation nicht die Erkrankung der Atherosklerose therapiert wird, sondern mögliche Folgen, wie z. B. ein Herzinfarkt verhindert wird.
A ) Erreichung des Normalgewichtes:
In der Phase nach der Operation erhalten die Patienten eine Fett-reduzierte Kost. Sollte es notwendig sein, erfolgt eine Ernährungsberatung. Ziel dieser Maßnahmen sollte es sein, den Anteil gesättigter Fettsäuren, Cholesterin und Salz in der Nahrung zu reduzieren. Sportliche Aktivitäten, wie z. B. eine Herzsportgruppe, helfen bei der Erreichung des Normalgewichtes.
B) Senkung des Cholesterin:
Die Absenkung des LDL-Cholesterin ist eine wichtige Säule bei der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch nach einer Operation sollte der Cholesterinspiegel regelmäßig kontrolliert und therapiert werden. Maßnahmen zur Senkung des LDL-Spiegels sind Ernährungsumstellung und eine vermehrte körperliche Aktivität. Gelingt dies nicht, steht auch eine medikamentöse Therapie zu Verfügung.
C) Körperliche Aktivität:
Die Teilnahme an einer Herzsportgruppe ist vor allem für jene Patienten sinnvoll, die sonst im täglichen Leben eher wenig Bewegung haben. Für die Teilnahme an einer solchen Gruppe ist ein Attest des Kardiologen (nach Belastungs-EKG) und die Bestätigung der Krankenkasse notwendig. Der soziale Faktor einer Herzsportgruppe ist nicht zu unterschätzen, da sich die Patienten unter „Gleichgesinnten“ bewegen.
D) Nikotin- und Alkoholkarenz:
Für Raucher ist die Operation ein guter Anlass, den Nikotinkonsum zu beenden. Das Rauchen stellt nachgewiesener maßen einen der Hauptrisikofaktoren dar. Eine Herzoperation ist eine einschneidende Situation für den Patienten. Durch eine Operation dieser Art können dem Patienten die Folgen des Rauchens besser veranschaulicht werden und eine Krankheitsein-sicht ist möglich.
Verhalten nach der Anschlussheilbehandlung
Ziel der Operation ist es, den Patienten eine normale körperlichen Aktivität und eine Erbringung der Leistung des täglichen Lebens zu ermöglichen. Dazu gehören Tätigkeiten wie Autofahren, Spaziergänge, sportliche Betätigungen. Auch Sex ist nach einer Herzoperation wieder möglich, sobald die Rekonvaleszenzphase abgeschlossen ist und die Patienten wieder Lust darauf verspüren.
Es ist notwendig, in regelmäßigen Abständen Untersuchungen Ihres Herzens durchführen zu lassen, mit denen der Operationserfolg überprüft wird. Hierzu werden etwa einmal im Jahr EKG-, Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen durchgeführt. In bestimmten Fällen ist ein Langzeit-EKG indiziert.
Herzkatheteruntersuchungen werden postoperativ nicht routinemäßig durchgeführt. Erst wenn erneut spezifische Symptome auftreten und auch andere Untersuchungsergebnisse darauf hinweisen, kann eine Kontrolle durch einen erneuten Herzkatheter sinnvoll sein.
Ziel : den normalen Alltag wie gewohnt wieder zu erleben
Zu beachten:
Risikofaktoren vermeiden, die zu einer Verschlechterung des Operationerfolges führen.
Diese sind:
- RAUCHEN vermeiden; Nikotinabstinenz vermindert das kardiovaskuläre Risiko um bis zu 50%. Bei Frauen zu beachten,ist eine Risikoerhöhung durch gleichzeitige Einnahme östrogenhaltiger Ovulationshemmer
- Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck ) besser Einstellen, d.h. die verordneten Bluthochdruckmedikamente regelmäßig einnehmen, sowie im Viertel-halbjährlichen Abstand die Bluthochdruck-Kontrolle beim Hausarzt vornehmen
- LDL-Cholesterin Erhöhung vermeiden durch Ernährungsumstellung auf Fettarme, ballastreiche Kost und Zufuhr mehrfach ungesättigter Omega-3-Fettsäuren (z.B. in Kaltwasserfischen und Fischöl). Eine „Mediterrane“Kost mit regelmäßigen Verzehr von Obst, Salat, Gemüse, Olivenöl; mäßiger Weinkonsum vermindert die koronare Mortalität um 50%
- Diabetes mellitus (Blutzucker) besser Einstellen, d.h. eine optimale Einstellung der HbA1c unter 6,5%. Mehr als 50% aller Koronare-Herz-Kranke Patienten hanben eine gestörte Glukosetoleranz oder einen Diabetes mellitus
- Adipositas ( Übergewicht): Gewichtsnormalisierung durch mediterrane Ernährung und kontrolliertes körperliches Training ( 3 bis 7x/Woche für 15-60 Minuten bei 40-60% der maximalen Leistungfähigkeit).
- Keine akuten übermäßigen Kraftanstrengungen, da sich in den ersten 6-8 Wochen der Brustbein-Knochen in der Heilungsphase befindet und hier die Gefahr einer Lockerung der brustbeinstabilisierenden Drähte besteht . Die dadurch entstehende Fehlheilung würde zu einem erneuten Krankenhausaufenthalt führen, wo man mit einem reoperativen Eingriff das Brustbein erneut stabilisieren muss
- Bei Wundinfektion oder Wundheilungsstörung bitte schnellstmöglich beim Hausarzt melden, um ein Fortschreiten der Infektion zu verhindern und gezielt zu behandeln.